Aus den Erinnerungsbildern von Karl Stern
Aus der Sammlung Kirchmair, Axams
bensfreude. Dieter Gerhart "Rassenkunde"
Sammlung Karl Stern
hinterm Pflug, Kinderarbeit am Hof, Albert Brecher
Sammlung Kirchmair
Ferdinand Schönwiese
Wahlplakat der liberalen Deutschen Demokratischen Partei ´24
Dieter Gerhart "Rassenkunde" München 1924
Aus: Dieter Gerhart Rassenkunde München 1924

Im November 1923 unternimmt Hitler einen Putschversuch in München. Es gibt Tote. Hitler wird verhaftet und angeklagt. Der Rassenwahn geht um.

Ein weiteres Ereignis wirft seine Schatten voraus.

Radio wird öffentlich. Die Berliner Illustrierte vom

21. des Monats schreibt im Hinblick auf das erste Radiokonzert: "Gerade dort, in der besinnlichen Einsamkeit, wird das Belauschen der brausenden Welt ein seltsames Erlebnis sein." 

Und was erleben unsere Chronisten in dieser Zeit? Heinrich Auer hat am Bergbauernhof Keine Zeitung , geschweige denn ein Radio. 
Georg Cernusca beginnt Mikrofone zu bauen: Bastler war ich. Karl Mandler berichtet vom  Versagen der Sozialdemokatischen Partei. Helmut Heuberger weiß den Unterschied zwischen den Großdeutschen und den Nazis zu erklären: Plötzlich haben sich die Wege geteilt. Wilhelm Egger berichtet, wie mit dem beginnenden Faschismus in Südtirol Schule erst deutsch, dann italienisch ist. Und schließlich erzählt  Konstantin Forestier vom Ende des Währungsverfalls nach dem Ersten Weltkrieg in Österreich : Der Schilling kommt.

Aus der Sammlung Kirchmair

Die Bilder dieser Seite sind Skizzen, umreißen Erinnerungsfelder, um ein Gefühl für  die Zeit um 1923 zu bekommen. Sie vermitteln Stimmungen, stellen unterschiedliche Situationen von Frauen, Männern, Kindern dar.  Sie beziehen sich nicht auf bedeutende Ereignisse, sind kein Bebildern von Eckdaten des kollektiven Wissens um geschichtliche Ereignisse. Bilder die wir im virtuellen Haus der Geschichte zeigen, sollten sind nicht dazu da sein, Fakten zu bestätigen, es sind Bilder zum Anschauen, Bilder  die in uns beim Betrachten berühren und die uns eine Geschichte ohne Worte, ohne notwenige Kommentare, erzählen. Die Bilder sind Visionen, helfen über den Weg des Anschauens zu Anschauungen zu kommen, ohne dass uns dabei etwas vorgeschrieben wird. Diese Bilder wollen  Geschichte erleben lassen, aus der Sicht von Menschen, die nicht dabei waren, wo die bedeutenden Ereignisse stattgefunden haben. 

Bilder, die das dokumentieren, die die Geschichte des Bedeutenden zeigen, sehen anders aus.

Solche Bilder halten zwar fest, was in die Geschichte eingegangen ist, und sie entscheiden auch mit, was in die Geschichte eingeht, aber was erzählen sie vom Lebensgefühl der Menschen einer Zeit?

 

Ein gutes Beispiel für Bilder der politischen (entpersönlichenden) Art aus dem Jahr 1923 sind die 170 NS-Propagandabilder zum Naziputsch vom Nov. 1923 des Fotografen Heinrich Hofmann.  Sie finden sich unter  www.bsb-muenchen.de  (Suche: "Heinrich Hoffmann 1923")

Dieter Gerhart "Rassenkunde" München 1924
Radio bald auch in Österreich
Firmung Grete Schönwiese