Anton Gasser, 2008 © Benjamin Epp
Ruth Deutschmann, Georg Cernusca, 2008
Benjamin Epp, Albert Brecher, 2008
Anton Rogl, Ruth Deutschmann, 2008 © Benjamin Epp

Planung & Realisation

 

Recherche und Auswahl der ZeitzeugInnen

Die aufwändige Recherche nahm einige Monate in Anspruch und fand gleichzeitig auf mehreren Ebenen statt. Diverse Presseberichte mit Hinweisen auf die ZeitzeugInnensuche in Nord- Ost- und Südtirol führten zu einer Flut von Kontaktaufnahmen. Darunter waren viele ChronistInnen, die für das Virtuelle Haus vor laufender Kamera von ihrem Leben erzählen wollten. Es meldeten sich aber auch Personen, die Bekannte oder Verwandte nannten, die ihrer Meinung nach unbedingt in so einem „Virtuellen Haus der Geschichte“ zu finden sein sollten.

 

Besonders unterstützt wurden wir - sowohl bei unserer Recherche als auch bei den Dreharbeiten - von den HeimleiterInnen und FreizeitgestalterInnen vieler Seniorenheime.

Die Auswahl der ZeitzeugInnen erfolgte nach einer persönlichen Kontaktaufnahme. Zu den Auswahlkriterien gehörte es, anhand der Lebenswege eine möglichst große Bandbreite vom Leben in Tirol bzw. Südtirol zu erfassen und zu dokumentieren.

 

Dreharbeiten

Die Dreharbeiten mit den ausgesuchten ZeitzeugInnen nahmen jeweils mindestens einen halben Tag in Anspruch, die durchschnittliche Aufnahmelänge pro Person betrug zwischen zwei und drei Stunden, aus welchen in der Folge zwischen 10 und 100 Minuten für die Präsentation im Virtuellen Haus ausgewählt wurden.
Gedreht wurde möglichst ohne künstliches Licht, in einer statischen Einstellung, den Aufnahmeort suchte sich der Chronist/die Chronistin aus, die Videoaufnahmen sind die Dokumentation eines Gespräches und nicht die eines Interviews.

Wir richten uns beim filmischen Festhalten lebensgeschichtlicher Erinnerungen ganz nach unserem Gegenüber: Schreiben nicht vor, was wann erzählt werden soll, zwängen niemanden in einen Fragenkatalog, legen großen Wert darauf, dass die ZeitzeugInnen in ihrem Dialekt sprechen. 

 

Transkription, Clipauswahl, Untertitelung

Alle Gespräche wurden transkribiert, und in einzelne Kapitel unterteilt, die jeweils einen Themenbereich zum Inhalt haben. Diese Videoclips, in einer durchschnittlichen Länge von 2,5 bis 3 Minuten, bekamen Titel, wurden beschlagwortet, und sowohl zeitlich als auch räumlich den Lebensphasen des Chronisten/der ChronistIn zugeordnet.

Sobald die Aufnahmen von allen Personen gesichtet waren, begann die Clipauswahl. Dabei achteten wir sowohl darauf, den einzelnen Biografien gerecht zu werden, als auch ein möglichst vielschichtiges Bild vom Leben in Tirol zu zeichnen. 
 

Zeitleiste, Karte, Glossar

Die Zeitleiste nennt wichtige weltpolitische Ereignisse, erfasst aber vor allem Daten zur Geschichte Nord-, Ost-, und Südtirols. Ergänzt wird sie mit den persönlichen Erinnerungen der ChronistInnen, die einzelne historische Ereignisse, und Begebenheiten, aus ihrer Sicht schildern.


Die Erstellung einer Landkarte, eines Glossars, einer Beschlagwortung und eines Dialektlexikons ist vorgesehen.